Stadt Plauen

Die im Westen Sachsens gelegene Vogtlandmetropole Plauen ist weit über Deutschland hinaus als Stadt der Spitze bekannt (Plauen lace, dentelles de Plauen, dentelles de Saxe). Die Kollektionen der Hersteller zeigen ständig neue textile Kunstwerke seit Erfindung der Tüll- und Ätzspitze um 1880.

Beginn und Aufstieg

Spitzen und Stickereien haben in Plauen eine nunmehr über 125-jährige Tradition. Die Stadt ist seit jeher das deutsche Zentrum für die Fertigung gestickter Spitzen, welche im Bereich Mode, namentlich Damenoberbekleidung DOB, Damenunterbekleidung DUB (Wäsche, Nachtwäsche, Mieder, Dessous, Lingerie und Accessoires), einerseits als auch im Bereich Raum- und Heimtextilien, namentlich Gardinen, Kurzgardinen, aller Arten von Tischdecken und Tischwäsche, Anwendung finden.

Ausgangspunkt für diese Entwicklung waren die Woll- und Tuchmacher der Stadt, welche an alten Handelstraßen gelegen, bereits im Mittelalter Textilien produzierten.

Im 18. Jahrhundert dominierte sodann die Weißstickerei in Form der Ausnäharbeit (Handstickerei), welche durch Kreativität und Meisterschaft überregional bekannt wurde, aber gegen Mitte des 18. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung von der Handstickmaschine abgelöst wurde.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Pantographen-Stickmaschinen (2-Faden-Schiffli-Maschinen) in Plauen und der Region Vogtland eingesetzt, welche die Fertigung größerer Mengen erlaubte.

VOMAG Stickmaschinen

Diese Maschinen wurden u.a. von der in Plauen ansässigen Vogtländischen Maschinenfabrik A.G. - kurz VOMAG - produziert, welche die Technologie innerhalb weniger Jahre mit dem System Zahn (benannt nach dem Chefkonstrukteur) perfektionierte, dass weiterhin auf der verfeinerten Schiffli-Sticktechnik basierte. Die VOMAG produzierte später auch Lastkraftwagen, Busse (Vorläufer von NEOPLAN) sowie später Druckmaschinen und Werkzeugmaschinen.

Weitere Informationen zur VOMAG (WIKIPEDIA)

Fortan konnten die Musterdaten auch per Lochkarte gespeichert und gestickt werden. Dies war der Beginn der so genannten Maschinenstickerei. Plauener Spitze wird seit Beginn des 19. Jahrhunderts weltweit exportiert und revolutionierte alle bisher bekannten Designierungen im Bereich Stickerei.

Ruhmreiche Stickereien



Im Textilgewerbe sprach man bald national wie international vom Wunder der Plauener Musterung.

Die Designierungen erhielten bald auf der Weltausstellung in Paris den Grand Prix, der Absatz boomte und die Stadt Plauen prosperierte innerhalb weniger Jahrzehnte wie keine andere Stadt Sachsens. Gewerbeflächen und Arbeitskräfte wurden knapp. So siedelte der Unternehmer August Horch (Automarke Horch, später Audi) mit seinem neuen Werk von Reichenbach nicht wie geplant nach Plauen, sondern nach Zwickau (heute VW). Der Erfolg basierte auf einem blühenden Exportgeschäft der Stickereibetriebe und -verleger. Beispielhaft dafür war u.a. die Eröffnung eines Konsulats der USA in der Stadt, um so die Ausfuhren erleichtern zu können.

In den "Goldenen Jahren" hatte Plauen prozentual den höchsten Anteil Millionäre pro 1000 Einwohner in ganz Deutschland. Diese bauten sich innerhalb weniger Jahre ihr "Paris an der Elster". Stadtplanung und Architektur künden - trotz starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieg - noch heute vom Erfolg dieser Epoche.

Musterung und Infrastruktur

Nirgendwo wurden so viele Musterkollektionen mit gestickten Spitzen und Stickereien gefertigt. Mehr als 1000 Designer für Stickereimuster waren allein in der Stadt Plauen beschäftigt.

Bis heute hat die ansässige Stickereibranche - trotz aller textiler Krisen - der vergangenen Jahrzehnte - ihre Bedeutung nicht verloren. So sind in Plauen und Umgebung eine Vielzahl mit der Stickereiindustrie eng verbundene Textilbetriebe ansässig. So findet sich hier ein unvergleichbar dichtes Netzwerk an spezialisierten Stickereibetrieben, Ausrüstern und Weiterverarbeitern einerseits sowie Textilinstituten, ausbildenden Hochschulen und Bildungseinrichtungen andererseits. Diese hoch effiziente Infrastruktur macht Plauen und das Vogtland zum einem in Deutschland einmaligen Cluster für die Herstellung gestickter Spitzen und Stickereien.

Stickereien der Gegenwart

Plauener Spitze wird heute auf modernster Großsticktechnologie (2-Faden Schifflistickmaschinen) für hochwertige textile Erzeugnisse aller Art gefertigt. Im Falle der Modespitze Plauen GmbH wird der traditionsreiche Familienbetrieb in der vierten Generation unter Einsatz neuester Schweizer Sticktechnologie im fortgeführt.

Wie vor hundert Jahren ist Sticken auch heute das aufwendigste und kostbarste Textil-Veredlungsverfahren, bietet aber nach wie vor auch die größten gestalterischen Spielräume bei einer unvergleichlichen Ausdruckskraft.

Fachgeschäft für Spitzen und Stickereien

Im Fachgeschäft für Plauener Spitzen und Stickereien mit Betriebsverkauf und Schaustickerei in der Annenstraße 9, im Zentrum von Plauen mit Betriebsverkauf erhalten Besucher das vollständige Angebot an Gardinen, Tischwäsche, Raum- und Heimtextilien (wie Panneaux, Kurzgardinen, Fenstergardinen, Makramee, Gardinensockel, usw.) aus der Produktion der Modespitze GmbH.

Darüber hinaus sind Damenblusen deutscher Hersteller mit Spitzen und Stickereien oder gestickten Accessoires aus eigener Produktion erhältlich.

Selbstverständlich werden auch Gardinen und Tischdecken nach Wunschmaß in der hauseigenen Konfektion gefertigt.

Plauener Spitze - Raum- und Heimtextilien

Die Modespitze beliefert im Bereich Heimtextilien zahlreiche Erzeugnisse mit und aus Plauener Spitze an mehr als 150 Fach- und Einzelhändler in ganz Deutschland. Hierzu zählen insbesondere Flächengardinen, Fertiggardinen, Schals, Stores sowie Küchengardinen, Gardinenschals, Kurzgardinen, Panneaux und Schiebebehänge.

Gerne erteilt Ihnen der Kundenservice Auskunft über ein Fachgeschäft in Ihrer Nähe.

Das Sortiment an hochwertigen Spitzen und Stickereien der Marke Plauener Spitze - vorwiegend Gardinen und Tischdecken - wird darüber hinaus zu großen Teilen an Fachhandelskunden in Europa, Übersee, Asien und Australien geliefert (Tüllgardinen, Florentiner, Macramé, Kurzgardinen, Plissee, Gardinensockel sowie Tischwäsche wie Decken, Läufer, Mitteldecken, Runner, Wickeldecken, usw.).

Spezialisierte Fachhändler und -ketten im Ausland setzen seit jeher auf die einmaligen Qualitätsprodukte aus Plauen, um ihre anspruchsvolle Kundschaft mit besonders hochwertigen und qualitativ unnahbaren Stickereierzeugnissen bedienen zu können.

Plauener Spitze - Mode

Neben Spitzen und Stickereien für Raum- und Heimtextilien fertigt die Modespitze insbesondere hochwertige Erzeugnisse unter dem Markennamen Plauener Spitze für die Weiterverarbeitung in den Bereichen Damenoberbekleidung (Blusen, Shirts, Haute Couture, Accessoires) sowie Wäsche (Unterwäsche, Nachtwäsche, Dessous, Lingerie, Mieder).

Zur Anwendung kommen Tüllspitzen, Borten, Abschlüsse, Bänder, Einsätze oder Motive, Besätze, Ausschneid- und Batistmotive kombiniert mit den unterschiedlichsten Stickgründen und farblichen Spielarten. Auch bei der Materialwahl sind keine Grenzen gesetzt: Viskose/ Kunstseide, Baumwolle, Polyesterseide, Mischgarne, usw.

Schlussendlich gibt es keine Stickereiart, die nicht Teil der vorhandenen Musterbücher ist.

Beispiele für heutige Anwendungen finden sich auf dem Modeportal der Modespitze.

Spitze entsteht sowohl auf Stoffen oder (Fein-) Tüllen als auch aus purer gestickter Spitze (auch Luftspitze oder Guipure-Spitze genant). Eine Spezialität sind unter anderem Stickereiapplikationen, die aus einer Kombination beider Stickereiverfahren entstehen.

Gestickte Spitzen und Stickereien aus Plauener Spitze gehören bis heute zu den zartesten und anspruchsvollsten Meisterwerken textiler Fertigung.

Spitzenfest Plauen

Das Plauener Spitzenfest ist seit vielen Jahrzehnten das größte Fest der Stadt Plauen mit einem aufwendigen Kulturprogramm. Ferner wird hierbei jährlich die Spitzenprinzessin gekürt, die für die Stadt insbesondere repräsentative Aufgaben wahrnimmt.

Spitzenmuseum

Für interessierte Besucher der Stadt empfiehlt sich neben dem Besuch des Betriebsverkaufs Plauener Spitze in der Annenstraße 9 insbesondere auch der Besuch des deutschlandweit einzigartigen Spitzenmuseums. Es befindet sich ca. 800 m entfernt im Alten Plauener Rathaus direkt am Altmarkt in der Innenstadt.

Marke Plauener Spitze

Die Mitglieder des Markenverbandes Plauener Spitze und Stickereien garantieren ein besonders hochwertiges und regionales Erzeugnis Made in Germany.

Die Modespitze Plauen GmbH ist Mitinhaber des Markenzeichens und an erster Stelle der Markenrolle eingetragen.